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Der Siegfried Landshut Preis

Der Siegfried Landshut Preis wird seit Herbst 2018 jährlich an Wissenschaftler_innen verliehen, die mit ihren Analysen wichtige Impulse für die Erforschung von Themen und Problemen geliefert haben, mit denen sich auch das Hamburger Institut für Sozialforschung beschäftigt. Mit Siegfried Landshut teilen die Preisträger_innen nicht nur die Überzeugung von der Notwendigkeit einer historisch informierten präzisen Begriffsarbeit oder von der Fruchtbarkeit des sozialwissenschaftlichen Vergleichs; mit ihrem Oeuvre verkörpern sie auch eine über theoretische Fragestellungen vermittelte Zugangsweise zur empirischen Wirklichkeit, die es ihnen erlaubt, aktiv den Kontakt zu den jeweiligen Nachbardisziplinen zu suchen. Die Resultate der solchermaßen entstandenen und an »großen« Fragen interessierten Forschungen der Preisträger_innen werden dann in der Regel durchaus kontrovers diskutiert, wodurch sie auch von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Über die Siegfried Landshut Lectures (Broschüre als pdf)

Siegfried Landshut Preisträger 2019: George Steinmetz

Am 28. Januar 2020 wurde der Siegfried Landshut Preis 2019 an George Steinmetz verliehen. George Steinmetz ist Charles Tilly Collegiate Professor an der University of Michigan.
Er ist einer der führenden Vertreter einer postkolonial orientierten Soziologiegeschichtsschreibung und einer der wenigen Autoren, die sich intensiv mit dem (deutschen) Kolonialismus aus einer dezidiert soziologischen Perspektive auseinandergesetzt haben.

Zur Pressemitteilung

Informationen zur Preisverleihung und Lecture am 28. Januar 2020

Informationen zur zweiten Lecture am 30. Januar 2020

Siegfried Landshut Preisträger 2018: Michael Mann

Der britisch-amerikanische Soziologe Michael Mann erhielt für seine Forschung zu globalen historischen Fragen den erstmals 2018 vom Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS) verliehenen Siegfried Landshut Preis.
Mann ist ein herausragender Vertreter der historischen Soziologie und Professor an der University of California, Los Angeles. Seine Bücher, etwa "Die dunkle Seite der Demokratie", sind prägend für die Erforschung der Schattenseiten der Moderne.

Informationen zur Preisverleihung und Lecture am 4. Oktober 2018

Informationen zur zweiten Lecture am 6. Oktober 2018

Broschüre als pdf

Siegfried Landshut: Ankunft in Hamburg (von Wolfgang Knöbl)

Geboren 1897 in Straßburg, aufgewachsen in einer assimilierten jüdischen Familie, Teilnahme am Ersten Weltkrieg, zunächst in Frankreich, dann Russland, Verwundung 1916, im gleichen Jahr erneut eingezogen und zurück an die Front, Unteroffizier in Aleppo, Kriegsende, Sich-Durchschlagen nach Konstantinopel, von dort zurück per Schiffspassage nach Hamburg – im März 1919.

Siegfried Landshut redivivus (von Rainer Nicolaysen)

Als der Politikwissenschaftler Siegfried Landshut vor fünfzig Jahren, im Dezember 1968, starb, hinterließ er ein weit verstreut erschienenes, zum Teil unter widrigsten Lebensumständen entstandenes Werk, das bis heute für die Politische Wissenschaft als ebenso grundlegend wie anregend gelten kann, das aber, sperrig gegenüber jedem Mainstream, schon zu Landshuts Lebzeiten nur begrenzt rezipiert wurde und nach seinem Tod weitgehend in Vergessenheit geriet. Bereits in seiner Akademischen Gedächtnisrede auf den früheren Hamburger Kollegen hat Wilhelm Hennis 1969 betont, er wüsste kaum ein Werk eines deutschen Gelehrten zu nennen, dessen Wirksamkeit durch »die Ungunst der Zeit« so beeinträchtigt worden wäre wie dasjenige Landshuts.